Die Schwingung Des 39. Paléo Festival


Kategorie: Paleo Festival
geschrieben von: Paleo Festival geschrieben am: 28.11.2013 um: 02:27 Uhr

Der neue Preisträger des in Partnerschaft mit der Haute école d'art et de design in Genf (HEAD, HES-SO) organisierten Wettbewerbs heisst Bilal Sebei und studiert gegenwärtig im 3. Semester visuelle Kommunikation. Der gerade mal 20jährige Bilal liebt es, Risiken einzugehen und gegen den Strom zu schwimmen. Sein originelles, vibrierendes und nonkonformistisches Plakat ist das Ergebnis einer experimentellen Forschungsarbeit.

Das Bild des Klangs

Das Ganze begann mit einer Idee: den Klang in den visuellen Gestaltungsprozess einbeziehen, gewissermassen aus dem Klang ein Bild schaffen. Darauf folgte eine Experimentierphase, während der der junge Grafiker ein technisches Vorgehen für die Umsetzung seines ehrgeizigen Projekts suchte. "Zunächst gestaltete ich eine typografische Komposition auf Papier, bei der ich mit Wiederholung, Grössen und  Verschiebung der Wörter spielte. Für mich war das  schon Rhythmus", erklärt er uns. Dann stellte er einen Scanner verkehrt herum auf einen Bass-Resonanzkörper, der mit einer Rhythmus-Box verbunden war, und bastelte so eine Installation, mit deren Hilfe er Klangvibrationen dazu benützen konnte, die grafischen Elemente seines Plakats zu animieren und in Bewegung zu versetzen.

Um seiner Typografie Leben zu verleihen, komponierte Bilal deshalb seinen eigenen musikalischen Rhythmus, wobei er sich von einem Schlagzeug-Sampler inspirieren liess. "Zuerst wollte ich eine schon bestehende Musik benützen, doch dann habe ich mich gefragt, warum ich mich für einen bestimmten Song oder Stil entscheiden sollte. Und so habe ich beschlossen, obschon ich nicht Musiker bin, meinen eigenen Sound zu erschaffen." Bei seiner Vorliebe für das "Handgestrickte" setzte er die Arbeit am Computer erst in der letzten Etappe des Gestaltungsprozesses ein, vor allem, um den Formen den letzten Schliff zu geben und die Farbe beizufügen. Dafür wähle er als Dominante ein leuchtendes Rot, das seiner Meinung nach die Intensität des Paléo-Erlebnisses, die lebendige und aufgestellte Dimension der am Festival erlebten Augenblicke illustriert.

Das schliesslich entstandene Bild bewahrt das Korn des Papiers und ist bewusst roh und zersplittert. "Ich habe dieses Bild in einem Punk-Geist gestaltet, es sollte nicht zu starr, zu aseptisch sein! Ich wollte, dass es wie Ohrfeige wirkt, die den Zuschauer aufrüttelt und ihn die Bewegung, das Pulsieren des Festivals empfinden lässt."


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Quelle: http://www.paleo.ch mehr: Paléo Festival Nyon