AStA Open Air 2011 - Das Programm

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Blumentopf
Blumentopf sind eine feste Größe der hiesigen Musiklandschaft, weit über veraltete Genregrenzen hinaus. Nicht nur wegen unzähliger Headliner-Shows auf renommierten Festivals, ausverkauften Clubkonzerten und Tourneen, fünf Longplayern, von denen sich die letzten beiden in den Top Ten der deutschen Album-Charts platzieren konnten, und ihren zur Prime Time auf der ARD ausgestrahlten „Raportagen”.
2010 hatten sie noch mehr zu bieten als “nur” die nächste Runde ihrer beliebten gerappten Spielberichte zu den WM -Begegnungen der Deutschen Nationalmannschaft.
Anfang Juni kam mit “WIR” auch endlich ihr lang erwarteter sechster Longplayer in die Läden. Und schon vor Release brachte die Crew aus dem Süden ihren neuen Sound dahin wo es zählt: auf die Bühne! Dahin zurück wo er geboren wurde. In nach Schweiß stinkende, zum Bersten gefüllte Clubs, dahin wo die Hitze am größten und die Luft am stickigsten ist, in die Moshpits auf Rapkonzerten.
Zu den jubelnden und rockenden Fans genauso wie zu den neugierigen Konzertbesuchern die “sich das alles nur mal anschauen” wollten und sich dann plötzlich mit erhobenen Armen und klatschnassen Shirts in der ersten Reihe wiederfanden. “WIR” ist kompromisslos, rough und kantig. Frei von Allüren und aufgesetzten Images, direkt aus dem Bauch, locker und unverkrampft. Rapmusik mit Punkattitüde. Blumentopf
“WIR” ist das ungewaschene und durchgeschwitze Tour-T-Shirt inmitten der frisch gebügelten Designerhemdchen, der Abdruck von verdreckten Straßenschuhen auf dem weißen Angorateppich, der betrunkene Störenfried der mitsingt wenn die Feuerzeuge angehen.
“WIR” will live gespielt werden! Und der Topf steht schon in den Startlöchern. Also heisst es Karten sichern und sich bereit machen für eine Blumentopf-Party. Denn das Motto der Konzerte ist eine Einladung der Fünf Münchner, ein Versprechen an uns alle: “Egal ob mit Baggypant und Baseballkappe oder mit Röhrenjeans und Lederjacke - kommt vorbei und WIR rocken!”

Sondaschule
Die Ferien sind zu Ende, das neue Jahr beginnt. In Mülheim war man in der unterrichtsfreien Zeit besonders fleißig. Der nächste Schritt wird kein schwerer, sondern ein großer sein. Von A bis B definiert ein klares Ziel: „Irgendwann wird es die Ärzte und die Toten Hosen nicht mehr geben, und dann…“ Sänger Tim aka Costa vollendet den Satz nicht, aber man weiß… Sondaschule sind bereit für den Generationswechsel. Früher wollten sie so cool sein wie Tim Armstrong, jetzt haben die Rancid-Fans aus dem Ruhrgebiet die Messlatte höher gelegt:
Sie wollen nicht mehr nur dafür bekannt sein, bei ‚Rock am Ring‘ 2008 haarscharf an einem Auftrittsverbot vorbei-geschrammt zu sein. Sie wollen auf die große Bühne, nicht nur die Eröffnungsparty beschallen. Sie rütteln am Gitter, wollen endlich mitmischen bei den Großen. Sie wollen keine schlimmen Kinder mehr sein, mit denen niemand spielen will. Das Haar liegt, der Anzug sitzt, der Erfolg kann kommen. Denn damit wird niemand rechnen.
Sondaschule waren schon bei der Wahl des Bandnamens authentisch, sie singen in der Sprache, in der sie reden. Warum sollte ausgerechnet jetzt der große Durchbruch kommen? Noch vor zehn Jahren war Fremdschämen bei ihren SondaschuleAuftritten das eigentliche Thema. Spätestens nach dem vierten Song waren die meisten Zuschauer der Meinung, dass es die Mülheimer mit ihrer Spaßattacke übertreiben. Kein Wunder, wenn man häufig mit den Lokalmatadoren und den Kassierern spielt. Aber es kann auch ein Vorteil sein, von der Konkurrenz unterschätzt zu werden. Genau mit diesem Pfund wuchern Sondaschule seit Jahren. Und fahren gut damit. Sie leben davon.

Kraftklub
Eine einstmals getrennte Nation, die auf der einen Seite Kraftwerk und auf der anderen Seite Club Cola hervor brachte, musste einfach irgendwann ihren gesamten kulturhistorischen Sack in einer Band wie Kraftklub entladen.
Kraftklub sind Söhne Chemnitz’ (fka Karl-Marx-Stadt), sie sind Produkte der sich dahin schleppenden Vergangenheitsbewältigung und mit aller Inbrunst orientierungslos. Aus dem Unwillen heraus, einfach noch eine weitere deutsche Band zu sein, die unerträglich scheiße ist und in die Bedeutungslosigkeit gestreamlint wurde, entschlossen sie sich, einfach eine der wenigen Bands auf deutschem Boden zu sein, die geniale Ideen hat. Ideen von der Sorte, die man selbst gern hätte. In etwa so wie der Typ, der den Minirock erfunden hat. Kraftklub haben einfach aus zwei sich selbst zu Tode langweilenden zeitgenössischen Musikgenres - das sind IndieRock und DeutschRap - ein neues, aufregendes Musikgenre gemacht, das jedoch bitte nicht mit Crossover oder ähnlichen Ärgernissen zu verwechseln ist.
Kraftklub zeichnen Generationenportraits zwischen historischer Dekontextualisierung und Analfixierung, zwischen Über-Ironisierung und schonungslosem Realismus. Sie sehen in ihren Collegejacken aus wie zwangsvermehrte The Hives, die bei Public Enemy die Codes of Cool studierten. Kraftklub vereinen resignative Amokbereitschaft mit urbanem Dandyismus. Ja, sie haben sogar schon Philip Roth gelesen und sind damit das Feuilletonfutter von morgen. Heute sind sie das, wovon die Popkultur dieses Landes immer geträumt hat.

Eternal Tango
Luxemburg ist wahrlich nicht als Keimzelle für Rockbands von internationalem Format bekannt. Eternal Tango aus Dudelange sind so eine rare Spezies, die sich dank unermüdlichen Tourens ziemlich rasant vom Geheimtipp zum etablierten Act entwickelt und ihr höchst energetisches Rock-Spektakel dabei stetig verfeinert hat.
Im Laufe der Jahre hat die Band ihren ureigenen Sound kreiert, der sich mit gängigen Kategorien wie Alternative-Rock oder Rock nur unzureichend beschreiben lässt. Energie, Spaß und unwiderstehliche Hooks gehören seit jeher zu den Hauptzutaten, ansonsten stoßen Worte hier schnell an ihre Grenzen.
Allein in den vergangenen zwei Jahren haben die 5 Jungs nahezu 300 Konzerte in 9 verschiedenen Ländern gespielt. Neben ihrer eigenen Tour durch Deutschland, Österreich und Portugal, sowie ein ausverkauftes Release Konzert in Luxemburg, waren sie im Sommer 2010 als Vorband auf den 30-Jahre-Jubiläums-Shows von Bad Religion. Seit Ende 2010 sind sie mit Madsen on Tour und geben im Vorprogramm alles. Auch im Sommer 2011 stehen alle Zeichen auf Angriff!

Supershirt
Die Wahlberliner Supershirt - gebürtig in Rostock am Ostsee - sind nach dem Release Ihres Hit-Albums „8000 Mark“ und der Über-Hit-Single „8000 Mark“ zum Dreiergespann herangewachsen. Timo Katze verstärkt Tim Brenner und Faxe System seit Anfang 2010 an der sechssaitigen Axt. Auf ihrer nicht enden wollenden 8000 Mark-Tour haben sie inzwischen über 100 Konzerte gespielt. Mit einem per Post an Audiolith versandten Rambomesser wollten sie einst den Chef erpressen. Doch der greise Zausel Lewerenz verstand alles falsch, freute sich über das „Geschenk“ und nahm die Jungs in die Familie auf.
Supershirt - die ehemals wohlhabenden Ackerdemiker und Hotelerben aus dem flachen Mecklenburg sind dank Debutalbum und dieser Krise im Jahr 2010 angekommen und bettelarm: Kein Geld für Sprit, kein Geld für Essen, kein Geld für richtige Instrumente. Nachts ziehen sie Benzin aus den immerwährend brennenden Autos der Berliner Problemkieze und grillen frisch Containertes über den giftigen Dämpfen. Erholung bietet nur das zeitweise Touren, denn unterwegs gibt es warme Betten und kühle Biere, heiße Herzen und kalte Platten. Nach den Konzerten wird das Catering verstaut und zurück ins erbarmungslose Berlin geschleppt. In ihren Kokelhöhlen feilen sie an ihrer Musik - doch die ist hart, wie die Stadt und die Feile stumpf. Die Rechner kommen vom Sperrmüll, der Strom wird beim Nachbarn gezapft - drückende Bässe gegen drückende Stimmung.Pressefotos © Dennis Dirksen 2010Die Beats sagen „Lass den Frust im Club ab“, die Texte postulieren die neue Ernsthaftigkeit auf dem Dancefloor, doch die Hintertür steht weit auf. Aber trotz Armut und sozialer Kälte prangt am Horizont ein Silberstreif: Der Plattenboss treibt die Cashcow Supershirt auf die Weide, in die
Clubs und verspricht einen Vorschuss von 8000 Mark. Ein Betrag, der jeden in der Hauptstadt zum gemachten Mann macht, von der Null zur Eins. Die Zustände wechseln sprunghaft und unvorhersehbar - Aufstieg und Fall gibt es nicht mehr. Supershirt sind bereit, den Aggregatszustand zu wechseln. Sie stehen mit neuem Zeug vor der Tür und rufen „Bitte tretet sie ein!“.

Pascow
Welche Relevanz hat heutzutage deutschsprachiger Punkrock? Vollkommen egal! Pascow haben ihr neues Album am Start (VÖ 22.10.10) und machen mit „Alles muss Kaputt sein“ genau da weiter wo sie mit „Nächster Halt gefliesster Boden“ vor drei Jahren aufgehört haben.
Wer deutschsprachigen Punkrock mag, kann sich auf die neuen Songs von Pascow freuen. Wie klingt „Alles muss Kaputt sein!“ im Vergleich zu den Vorgängeralben? Eigenständiger, textlich direkter und die Instrumentierung ausgereifter. Aber im Grunde geht es wie zuvor um Songs, Melodien und Energie. Und trotz aller Ernsthaftigkeit kommen die Saarländer auch auf ihrem vierten Longplayer ganz ohne Zynismus und Zeigefinger aus. Die fünfzehn Songs des Albums wurden im Studio 45 unter Regie von Kurt Ebelhäuser aufgenommen und produziert. Und vom ersten Ton der Platte hört man, dass die Arbeitsweisen von Band und Herrn Ebelhäuser sich sehr gut ergänzt haben.
PascowGegründet haben sich PASCOW mit „P“ aus Gimbweiler mit „G“ schon 1998, zunächst als Trio: Schlagzeug - Gitarre - Bass - (englischsprachiger) Gesang fertig! Nach zwei Jahren dann der Wunsch nach mehr Melodie und ausgefeilteren Songstrukturen, was schließlich zum Einstieg von Swen als Leadgitarristen führte. Seitdem prägt dieser den Sound von Pascow mehr als deutlich.
Nach und nach entstanden immer mehr Songs, dazugehörige Tonträger sowie etliche Konzerte. Doch das ständige Touren forderte seinen Tribut. Bis ins Jahr 2008 hatte man schon zwei Bassisten verschlissen und stand mal wieder ohne „Tieftöner“ da. Mit Flo hat sich die Band aber nun einen neuen Mann „herangezogen“ wie Pascow ihn schon immer gesucht hatte: zu allem bereit und zu fast nichts zu gebrauchen ;-)

Baxter
Baxter, das sind 10 Jahre energiegeladener melodiöser Punkrock. Seit dem Jahr 2000 brezeln die Jungs durch die Lande der Bundesrepublik und haben mehr den je Spaß an ihrer Sache. Vollgetankt und mit neuem Album im Gepäck rollt der Bus ab November wieder. Nach ‚Out of Sight’ (2004) und ‚Rearranged’ (2007) gibt der Quadratestadtvierer mit ‚Generation - Education’ nun endgültig Vollgas. Voll auf die Mütze, rein in den Moshpit und ab dafür.
Dass die Jungs es können haben sie über Jahre mehrfach bewiesen. Als Anheizer für Bands wie die Satanic Surfers, die Wohlstandskinder, 4 Lyn, UK Subs und Rantanplan sowie auf Festivals quer verteilt durch Deutschland wie beispielsweise dem Traffic Jam Open Air, dem Schlossgrabenfest Darmstadt oder dem Sound of the Forest Festival liefern die Mannheimer eine offensive und impulsive Liveperformance. Auch aus Fachkreisen wurden die vier aufgrund ihrer starken Bühnenpräsenz genreübergreifend unter die Top 10 Bands Baden-Württembergs gewählt.
Mit dem neuen Album ‚Generation - Education’ und dem neuen Videoclip zur Single ‚Summertime’ legen die Mannheimer erneut ordentlich vor. Nun gilt es aus Deutschlands Pophauptstadt mit Melodic Punk aufhorchen zu lassen.